Stell dir vor, du betrittst dein Klassenzimmer, und auf jedem Stuhl sitzt ein Kind mit ganz eigener Denkgeschwindigkeit, mit Fragen im Kopf, die du dir vielleicht selbst noch nie gestellt hast. Manche sind leise, andere überschlagen sich beim Reden, einige rechnen schneller als du Kaffee holen kannst. Willkommen in der Realität – und mitten in der Begabungs- und Begabtenförderung in der Schule.
Nur: Wie begegnen wir dieser Vielfalt mit System – und nicht nur mit Bauchgefühl?
💡 Begabungsförderung ist kein Extra, sondern Haltung
Begabungsförderung im Unterricht ist kein Sahnehäubchen für Mathecracks. Sie ist ein Grundpfeiler gerechter Bildung. Ein starkes BBF-Konzept beginnt nicht beim Testwert, sondern bei der Überzeugung, dass jedes Kind das Recht hat, gefordert, gefördert und gesehen zu werden.
Ein gutes Konzept…
- … schafft Orientierung: für Lehrpersonen, Kinder, Eltern.
- … entlastet, weil Zuständigkeiten und Abläufe klar sind.
- … schützt vor Willkür: Förderung darf nicht davon abhängen, ob man im richtigen Klassenzimmer sitzt.
- … stärkt die Schule – auch gegenüber aussen.
🔍 Zwischen Aktionismus und echtem System
Natürlich gibt es sie: Die Schnellrechnerguppe, das Kunstprojekt für die Talentierten, die Leseinsel. All das sind wertvolle Mosaiksteine. Aber ohne übergeordnetes Konzept entsteht schnell Flickwerk – und die Förderung hängt an Einzelpersonen. Was passiert, wenn diese gehen?
Ein tragfähiges Konzept für Begabtenförderung in der Schule ist wie ein gut verankerter Pflock im Boden: Es hält auch bei Sturm. Es sorgt dafür, dass Begabungsförderung nicht nur aus Einzelaktionen besteht, sondern Teil der Schulkultur wird. Und dass Kinder erleben: Meine Stärken sind hier nicht nur geduldet – sie gehören dazu.
🤝 Warum externe Fachpersonen den Blick weiten
Jetzt wird’s spannend: Viele Schulen entwickeln intern tolle Ideen – und irgendwann stockt der Prozess. Hier lohnt sich der berühmte „Blick von aussen“. Externe Expert:innen für Hochbegabung bringen frischen Wind in eingefahrene Bahnen. Sie sehen, was du im Alltagsnebel vielleicht übersiehst:
- Gibt es Kinder, die durchs Raster fallen?
- Sind unsere Massnahmen wirklich treffsicher?
- Stimmen Haltung und Praxis ĂĽberein?
Ein externer Impuls muss nicht gleich eine grosse Evaluation sein. Manchmal reicht ein halber Tag Schulcoaching, ein Austausch mit einer erfahrenen Fachperson oder ein moderierter Schulentwicklungstag – und plötzlich entsteht neuer Schwung.
Gerade bei der Entwicklung eines nachhaltigen BBF-Konzepts an Schulen ist es sinnvoll, externe Perspektiven einzubeziehen. Sie helfen, eigene Strukturen zu reflektieren, Stolpersteine zu erkennen und neue Wege zu gehen.
🧠Fazit: Haltung schlägt Perfektion
Ein Konzept für Begabungs- und Begabtenförderung ist kein Selbstzweck. Es ist ein Kompass. Es gibt dir als Lehrperson Sicherheit, es stärkt das Kollegium – und es sorgt dafür, dass Kinder erleben: Du darfst hier ganz du selbst sein. Mit all deinen Ecken, Kanten, Fragen und Ideen.
Wenn du also das nächste Mal darüber nachdenkst, ob eure Schule ein BBF-Konzept braucht, dann frag dich: Will ich, dass Förderung Zufall ist – oder Haltung?
đź”— Inspiration gesucht?
- Hochbegabte Kinder professionell begleiten – mein Handbuch für Lehrpersonen
- Begabtenförderung in der Praxis – so starten Schulen erfolgreich (Blogartikel)
- [Fachstelle für Begabungsförderung Schweiz (externe Seite)](https://www.begabungsfoerderung


