Stell dir vor, Hochbegabung wäre kein Randthema mehr. Kein „Nice to have“. Kein Zusatzangebot für Glückliche. Sondern ein verbindlicher Teil von Schule.
Genau das sieht ein neuer Entwurf zur Weiterentwicklung des Lehrplans 21 vor:
Ab 2027 soll die Förderung kognitiver Potenziale systematisch verankert werden.
Was sich konkret ändern würde
Der Fokus verschiebt sich.
Weg von:
„Wer fällt auf?“
Hin zu:
„Wer wird nicht gesehen?“
Geplant sind verbindliche Elemente:
– Frühe und wiederkehrende Standortbestimmungen
– Lernangebote, die über den Basisstoff hinausgehen
– Strukturelle Verankerung von Enrichment und Compacting
– Weiterbildungspflicht für Lehrpersonen
Das klingt nach Fortschritt. Ist aber vor allem eines: unbequem.
Warum das System sich schwer tut
Weil es einen Perspektivenwechsel verlangt.
Schule ist darauf ausgelegt, Mindeststandards zu sichern.
Nicht darauf, maximale Potenziale zu entfalten.
Das zeigt sich im Alltag:
Kinder, die schnell denken, passen sich an.
Oder fallen irgendwann auf – nicht wegen ihrer Stärke, sondern wegen ihrer Reaktion darauf.
Die eigentliche Frage
Nicht: Brauchen wir das?
Sondern:
Sind wir bereit, Schule so zu denken, dass Unterschiede nicht nur toleriert, sondern genutzt werden?
Denn echte Begabungsförderung ist kein Zusatzprogramm.
Sie verändert Unterricht grundlegend.
Tja, dream on
Falls du bis hier gelesen und kurz gedacht hast: „Endlich passiert etwas“ –
Heute ist der 1. April.
Noch ist Hochbegabung kein Pflichtbereich im Lehrplan 21.
Aber genau das ist der Punkt.
Warum eigentlich nicht?


