Mein November: Ein Monat zwischen Diagnostik, Buchduft und ersten Lichterketten
Der November hat ja oft den Ruf, ein stiller und etwas schwerer Monat zu sein. Ein Übergang, ein Dazwischen. Dieses Jahr fühlte er sich für mich allerdings eher wie ein prall gefüllter Koffer an – mit Arbeit, Freude, überraschenden Wendungen und diesen kleinen Momenten, in denen man innehält und denkt: Genau deshalb mache ich das alles.
Und weil ich es liebe, mit euch zurückzuschauen und die Fäden eines Monats zusammenzuziehen, kommt hier mein November in all seinen Farben und Zwischentönen.
Ein intensiver Diagnostik-Monat: Jedes Kind ein eigenes Universum
Der November war diagnostisch gesehen unglaublich dicht. Wie so oft in den vergangenen Jahren, durfte ich viele Kinder kennenlernen, viele Familien begleiten, viele Gespräche führen.
Wenn ich Potenzialanalysen durchführe, tauche ich in eine Welt ein, in der Logik, Emotion, Potenzial, Unsicherheit und Hoffnung gleichzeitig ihren Platz haben. Und ehrlich gesagt: Ich liebe es, Testungen durchzuführen! Einfach zu sehen, wie „es “ denkt, finde ich spannend. Und ich nehme mir auch immer Zeit, nachzuhaken und zu besprechen, wenn Kinder an einer Frage hängenbleiben. Das ist wichtig. So wird der Kopf wieder frei.
Ich habe in diesem Monat:
- Kinder begleitet, die sich selbst unterschätzen
- Kinder begleitet, die sich selbst komplett aufgegeben haben
- Kinder erlebt, die ihre Begabungen hinter Mauern verstecken
- und Kinder, die mit offenen Armen in ihre Zukunft hineinrennen würden, wenn man sie liesse
Genau diese Vielfalt liebe ich an meiner Arbeit. Kein Test ist „nur ein Test“. Jede Zahl bekommt erst durch die Geschichte des Kindes ihren Wert, und jede Diagnose ist ein Türöffner – nie ein Urteil.
Im November durfte ich viele solcher Türen öffnen. Das berührt mich jedes Mal und stärkt mich in meinem Tun. Gerade heute hat mich ein Teenager gefragt, ob das nicht langweilig werde, immer die gleichen Testfragen zu stellen. – Nein wird es mir nicht. Definitiv nicht.

Ein grosser Moment: Mein Elternbuch ist endlich da
Und dann, mitten in all diesem Trubel, kam er:
Der Moment, in dem mir der Paketbote mein Elternbuch vors Haus karrte.
Ich kenne diesen Moment schon von anderen Projekten – aber jedes einzelne Mal ist er magisch.
Da liegt es, ganz real:
die Stunden, Nächte, Zweifel, Recherchen, Textüberarbeitungen, der ganze Herzblut-Stapel… in Buchform.
Greifbar.
Duftend.
Fast ein bisschen schüchtern, wie ein Neugeborenes, das noch nicht sicher ist, ob es in dieser Welt schon richtig angekommen ist.

Und dann beginnt der zweite Teil:
- Bücher signieren
- Adressen sortieren
- Päckli packen
- Dankesbotschaften schreiben
- zur Post fahren
- die leuchtenden Augen der Vorfreude in meinen Mails lesen
Es ist unglaublich schön zu wissen, dass dieses Buch nun auf dem Weg ist – zu Familien, die sich Antworten wünschen; zu Eltern, die Orientierung suchen; zu Menschen, die mutig genug sind, sich auf Begabung, Vielfalt und eigene Unsicherheiten einzulassen.
Kleiner Deutschland-Abstecher: Perspektivenwechsel inklusive
Zwischen Diagnostik und Buchmarketing habe ich kurze Ausflüge nach Deutschland unternommen. So kann ich die deutschen Bestellungen gerade auch günstiger und schneller auslösen.
Ein Tapetenwechsel sei es auch nur für einen Tag, tut immer gut: ein Ortswechsel, andere Luft, andere Gespräche, andere Geräusche.
Und – wie so oft – kamen die besten Gedanken und klarsten Ideen nicht am Schreibtisch, sondern:
- im Auto, irgendwo zwischen Rheinfelden und Weil am Rhein
- beim Tee in einer Bäckerei
- während Yumi sich auf einer Wiese ausgiebig wälzte
- oder abends im Bett, wenn die Arbeit vom Tag in Ruhe nachwirkt
So funktioniert mein Kopf – und ich bin langsam alt genug, um darüber zu schmunzeln, statt mich zu wundern.
Zurück in der Hundeschule: Ein Neustart für Yumi und mich
Bereits Ende Oktober war mir klar: Es ist Zeit für einen Neustart in der Hundeschule.
Yumi hatte eine Pause – und ich ehrlich gesagt auch. Diuei habe ich auch dringend gebraucht, um meine drei Bücher zu schreiben.
Aber kaum standen wir wieder da, auf dem Platz, mit der Nase im Wind und dem Boden unter den Pfoten, war es wie Heimkommen.
Hunde haben diese wunderbare Fähigkeit, uns unmittelbar ins Hier und Jetzt zu holen.
Im November habe ich gemerkt: Genau das brauchen wir beide wieder.
Also üben wir wieder:
- Impulskontrolle
- Fokus
- klare Signale, keine Mehrfach-Kommandos
- und das Wichtigste: Geduld
Und zwar nicht nur Yumi. Ich auch.

Weihnachtsvorbereitungen: Ein bisschen Glitzer, ein bisschen Ruhe
Ja, ich war eine der Ersten, die dieses Jahr den Glitzer hervorgeholt hat.
Ein bisschen früher als sonst.
Vielleicht, weil der November dieses Jahr so voll war. Vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, dass wir alle etwas mehr Licht brauchen.
Ich habe:
- die ersten Geschenke verpackt
- meinen kleinen Vorrat an Verpackungen sortiert
- Kerzen aufgestellt
- und langsam angefangen, meine traditionellen Weihnachtsgrüsse zu planen
Dieses leise „Bald ist Weihnachten“-Gefühl hat mich durch die hektischen Wochen getragen.

Biber-Wettbewerb: Logik trifft Begeisterung
Ein besonderes Highlight war auch der Biber-Wettbewerb.
Ich liebe diesen Wettbewerb, weil er Kinder auf eine Weise herausfordert, die viele in der Schule so nie erleben:
- logisch denken
- Strategien entwickeln
- Muster erkennen
- mit kniffligen Situationen umgehen
- Fehler machen und weitermachen
Diese Mischung aus Konzentration, Lachen, Aha-Momenten und manchmal hitzigem Flüstern ist jedes Jahr ein kleines Geschenk. Und bei einem ADHS-Kind hat Yumi mit ihrer stillen Präsenz dazu beigetragen, dass es so konzentriert arbeiten konnte, dass es den 1. Platz in seiner Kategorie erreichen konnte.

Ein Platz im Bücher-Magazin 2025
Und dann kam noch eine freudige Nachricht:
Ich darf 2025 im Bücher-Magazin vertreten sein. Du findest mich auf S. 110.
Für viele ist das vielleicht nur ein kleines Detail – für mich ist es riesig.
Es bedeutet Sichtbarkeit, Anerkennung, Reichweite.
Es bedeutet, dass die Themen, für die ich brenne – Begabung, Vielfalt, Elternsein, Pädagogik – ihren Platz finden.
Und zwar nicht nur im Kleinen, sondern auch öffentlich.
Was vom November bleibt
Wenn ich auf diesen Monat zurückblicke, bleibt ein Gefühl von:
- Dankbarkeit
- Bewegung
- Verbundenheit
- und einer stillen Kraft, die mich in die letzten Wochen des Jahres trägt
Der November war intensiv, voll, reich und manchmal auch ein bisschen überwältigend.
Aber er war gut.
Er war wichtig.
Er war ein weiterer Schritt auf meinem Weg – und ich freue mich schon darauf, was der Dezember mitbringt.
Was ich sonst noch gemacht habe:
- 2 (!) Newsletter versendet. Du möchtest ihn auch? Dann klick hier!
- Zwei Konzerte besucht.
- An unserem neuen Begabtenförderungskonzept gearbeitet.
- Mich über den ersten Schnee gefreut – und über die warme Sonne auch
- Mit vocaltotal für die kommenden Weihnachtskonzerte geprobt.
- Mein Lehrerbuch „hochbegabte Kinder professionell begleiten“ mit der Grafikerin überarbeitet
- Sushi im Umbels genossen
- einen neuen Thermomix bestellt
Und wie war dein November?
Erzähl mir gern davon.


